UEFA Supercup Finale 2013 FC Bayern München – FC Chelsea, Prag

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Nachdem die Saison 2012/2013 so glorreich beendet wurde, und dadurch auch zwei weitere Wettbewerbe für den FC Bayern auf dem Programm standen (Super-Cup und Klubweltmeisterschaft), entwickelte sich früh die Idee die Bayern nach Prag zu begleiten. Denn, nach dem Spiel ist vor dem Spiel. Leider schwächelte meine so vertraute Reisegruppe aus vielen gemeinsamen Europacupschlachten in Mailand, Madrid, Manchester und London aus verschiedensten Gründen, so dass ich als einzig Verbliebener die Reise antrat.

So begleitete mich Britta und wir fuhren Freitag morgen los. Nach knapp 550 Kilometern und 4,5 Stunden Fahrtzeit erreichten wir, so die landläufige Meinung einer der schönsten Städte… Tschechiens? Europas? Irgendwas dazwischen wird es wohl sein. Auf der Fahrt bekamen wir es wieder mit vor 1989-ähnlichen Zuständen zu tun, so gab es schon auf der deutschen Autobahn mehrere Kontrollen durch die Polizei. Das Spiel warf seinen Schatten voraus. Da wir noch in zivil gekleidet waren und es bei uns keine Anzeichen auf randalefreudige Fußballtouristen gab, ließ man uns unkontrolliert passieren.

In Prag angekommen, bezogen wir nach Champagner-Empfang (Veronika vom Hotel ahnte wohl schon den Ausgang des Spiels…) unser Zimmer. Dieses 5-Sterne Hotel ließ keine Wünsche offen, wir fühlten uns nicht nur durch die Wandgemälde wie die Könige. Hungrig gingen wir in die naheliegende Brauerei und stärkten unsere Mägen mit typisch tschechischer Küche und Getränken. Nach einer kurzen Rast im Hotel machten wir uns dann auf dem Weg zum Stadion.

Britta hatte keine Karte für das Spiel. Da sie auch nicht bedingungslos (=egal, was die Karte kostet!) mit wollte, hatten wir es so besprochen, dass wenn wir vor dem Stadion eine günstige Karte für 50 Euro finden, sie mitkommt, und wenn nicht es auch nicht schlimm sei, und wir uns später in der Stadt treffen würden. Am Stadion angekommen gestaltete sich die Situation so, dass der Schwarzmarkt ausschließlich aus Händlern bestand, die Karten für über 300 Euro anboten. Eine relativ große Gruppe von 10-15 osteuropäischen Männern machte einen nicht sehr seriösen Eindruck auf mich, doch wer tummelte sich in deren Mitte? Krassimir Balakov. Schnell ein Foto gemacht, und dann zog der Bulgaren-Star mit „seinen Freunden“ gen VIP-Eingang. Bald sahen wir einen deutschen Fan, der noch eine Karte übrig hatte, ein weiterer gesellte sich dazu, und sagte, er würde ihm 200 Euro geben. Aber nein, er wollte 250 Euro haben. Wir sahen unsere Felle davon schwimmen, bei den Preisen und der geringen Anzahl an Tickets war die Wahrscheinlichkeit doch sehr gering, an unser Preislimit heranzukommen. So begleitete Britta mich noch zu meinem Eingang und kurz vor dem Eingang fragte ich in eine Bayern-Gruppe rein: „Habter noch ne Karte übrig?“. Ja, hier der Paul, der hat doch eben gesagt, dass er noch eine hat. Paul war schon ziemlich angetrunken und wäre sicherlich mit 2 gültigen Eintrittskarten ins Stadion gegangen. So erlösten wir ihn von seinem zweiten Ticket, in dem wir ihm 55 Euro (Originalpreis) dafür gaben, und als Dankeschön noch 200 Kronen für ein Bier drauflegten. Alle Parteien waren unverhoffter Dinge glücklich und so gingen wir ins Stadion.

Wir suchten uns ein schönes Plätzchen aus, und hatten perfekte Sicht auf das Spielfeld und auf die Bayern-Südkurve (geografisch war es an diesem Abend die Westkurve, aber ihr wisst, was ich mein). Zum Spiel: Bayern spielte bestimmend wie immer, hatte über 65 Prozent Ballbesitz und dominierte die Partie. Die erste Chance der Engländer nutze Baby-Torres jedoch eiskalt. Ich will gar nicht viel mehr den Spielverlauf wiedergeben, von der Spannung her war es nicht zu überbieten, und der (abermalige) Ausgleich in der 121. Minute war elektrisierend. Was viel beeindruckender war, war die Stimmung in der Eden-Arena. Ich könnte jetzt an diesem Punkt seitenlang über die allgemeine Stimmung der Bayern-Fans schreiben, über die Disharmonie des Vereins und seinen Anhängern, über Fan-Boykotte, über Repression, über Intoleranz, über Machtgehabe. Nein, ich sauge nur das Erlebnis dieses Abends auf. Das Spiel wird in die Historie eingehen, zumindest in meine, aber ich bin mir ziemlich sicher auch in die vieler weiterer Bayern-Anhänger, die dies miterleben durften. Nein, nicht weil ein Titel, so bedeutend wie ein FUJI-Cup oder Ligapokal, gewonnen wurde, sondern weil die Stimmung, die Atmosphäre, die Begeisterung, der Wille nach bedingungsloser Unterstützung der Bayern-Fans so war wie noch nie! Noch nie in meinen 14 Jahren, in denen ich ins Stadion gehe, habe ich so etwas bei Bayern aber auch anderswo erlebt. 90, nein 120 Minuten wurde durchgesungen. Der harte Kern der Bayern-Fans, nein ALLE haben mitgesungen, sogar Britta ! Wir haben eine Atmosphäre geschaffen, wie sie noch bei keiner Meisterschaft, keinem DFB-Pokal-Finale, ja noch nicht einmal in London vor ein paar Wochen war. Absolute GÄNSEHAUT!!! Der Ausgang des Spiels mit fünf sicher verwandelten Elfmetern war dann noch das i-Tüpfelchen. Freudentrunken machten wir uns um Mitternacht auf den Heimweg.
Der Samstag war dazu bestimmt, uns die Sehenswürdigkeiten Prags anzuschauen. Unterbrochen wurde dies nur durch den regelmäßigen Konsums tschechischem Gulaschs und dem ein oder anderen kühlen Getränk. Abends besichtigen wir noch bei Sonnenuntergang die Prager Burg, bevor wir ein letztes Mal in eine Prager Wirtschaft einkehrten.
Sonntag morgen fuhren wir nach dem Ausschlafen und einem ergiebigen Frühstück wieder gen Heimat, welche wir um vier Uhr erreichten.

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