Achtelfinale 27.6. Bericht: Italien – Spanien

Nachdem in unserer ersten EM-Woche noch der Wecker uns morgens recht früh wecken musste, geschah dies während der Achtelfinals durch unsere innere Uhr. Am Abend stand das für uns letzte Achtelfinale Italien gegen Spanien unter dem Motto Gegnerbeobachtung fürs Viertelfinale. Auf das Frühstück verzichteten wir, der nächtliche Vortags-Kebap sättigte mich noch ausreichend. Gegen Mittag checkten wir aus und fuhren mit unserem Auto zum Stadion. Schnell hatten wir auch einen halbwegs geeigneten Parkplatz am Straßenrand und in direkter Stadionnähe gefunden. Die Einheimischen waren sich bezüglich der Legalität auch nicht 100%ig sicher, versicherten mir aber, dass maximal eine Strafe von ca. 30 Euro fällig werden würde und mit einem Abschleppen nicht zu rechnen sei. Das war für uns Sicherheit genug und so gingen wir am Stadion vorbei Richtung Metrostation. Nun lockte uns doch die nächste Patisserie an, wo wir Baguette und Eclerc verspeisten. Danach fuhren wir zum Eiffelturm, an dem man uns mitteilte, dass wir mit unseren Deutschlandfahnen nicht die Fanmeile betreten dürften. Gott sei Dank war diese gar nicht unsere Intention, wir wollten einfach ein wenig die Stadt genießen. Leider spielte das Wetter nicht vollends mit, da es fast drohte sich einzuregnen. Nach Unterschlupf unter einem Imbiss-Stand hatte der Wettergott aber doch Gnade und so konnten wir doch noch in den anliegenden Gärten am Fuße des Eiffelturms verweilen. Die Zeit nutzte ich um den Bericht für den Vortag zu schreiben.

Danach ging es inklusive Zwischenstopp und Stärkung in einer französischen Burgerkette zum Stadion. Wir hatten noch zwei Tickets im Wert von je 25 Euro übrig. Und, wie auch schon an den Vortagen von mir berichtet, waren wir froh überhaupt zwei Abnehmer dafür gefunden zu haben. Im Stadion trennten sich erstmal unsere Wege, Andi war im spanischen Block ganz unten hinter dem Tor angesiedelt. Ich hatte meinen Platz mit guter Sicht auf der italienischen Seite im Mittelrang. So holte ich Andi kurz nach Anpfiff zu mir und somit konnten wir das Spiel zusammen anschauen.

Auch hier wiederhole ich mich: Erstaunlich starke Italiener beherrschten das Spiel und kamen immer wieder zu Chancen. Die verdiente Führung war dann auch die logische Konsequenz der Bemühungen. Spanien spielte erstaunlich behäbig und langsam. Eine nette Statistik zu dem Spiel, die zeigt, welch hochklassige Paarung wir zu Gesicht bekamen: Wie viele Titel haben die 22 Spieler, die auf dem Feld standen in Summe in ihrer Karriere gewonnen? Wer dem deutschen Fernsehkommemtator zugehört hat, weiß es, für die anderen: Es sind über 250. Mehr Erfahrung und Erfolg auf einem Fußballplatz geht nicht.

In der Halbzeit trafen wir uns vor unserem Block mit Steffen und Eva zu einem kleinen small-talk. Erlebnisse der letzten Tage wurden ausgetauscht, Pläne der kommenden Tage bekannt gegeben und nächste Treffen vereinbart. Eine Brass Band untermalte die gelöste Stimmung bestens. Die Kapelle spielte sich die Lunge aus der Seele und schnell bildete sich eine Menschentraube, die zu den Klängen tanzte und feierte. Scherzhaft sagte ich in die Runde, dass das Beste an den 90 Minuten wohl die Halbzeit werden würde.

In der zweiten Halbzeit brachten die Italiener wie erwartet ihre Führung über die Runden und stellten den Endstand in der Nachspielzeit her. Quintessenz aus diesem Spiel ist für mich: Italien ist schlagbar, nur in Führung dürfen sie nicht gehen, dann wird es sehr sehr schwer.

Nach dem Spiel gab die Band noch ein kleines Zusatzkonzert. Freude, Party und ausgelassene Stimmung umhüllten den Platz. Italiener tanzten mit uns Deutschen, Engländer mit Österreichern, Franzosen mit Spaniern. Was ich damit sagen will? Europa feierte zusammen… Liesbeth stand auf einmal auch neben mir, und so wurde das Länderkontingent noch um Belgien erweitert. Für mich immer wieder erstaunlich, wie oft man Freunde und Bekannte zufällig trifft (Grüße, Timm😉). Klar, wir, also Andi und ich sind bei jedem Spiel mit Deutschland-Trikot und -Fahne gerade bei den nichtdeutschen Spielen auffällig, trotzdem sind ja auch noch teils 70.000 andere da.

Kurz vor unserem Parkplatz erwartete uns das letzte Highlight des Tages, und auch wenn der Bericht vielleicht viel zu lang ist, möchte ich das trotzdem noch kurz erwähnen (Videos folgen dann auch noch). Am Straßenrand stand ein Bus mit holländischem Kennzeichen, der auf seine Fahrgäste wartete. Es war ein Partybus, der den Gepäckraum derart umgebaut hatte, dass dieser voll mit überdimensionalen Boxen, Subwoovern und alles Sonstige was die Umgebung in ohrenbetäubenden Lärm versetzen kann, ausgestattet war. Die Musik war noch mehrere 100 Meter entfernt zu hören. Krönung war der Busfahrer und DJ in einem, der passend zu Musik auf seinem Fahrersitz groovte und alle Weile riesige Feuerfontänen vom Dach des Buses losließ. Kann man nicht beschreiben, muss man gesehen haben….;)

Um halb zehn fuhren Andi, zwei Mitfahrer und ich dann nach Deutschland zurück. Der Autopilot inklusive Tempomat auf 132 kmh und Fahrspurhalteassistent wurden aktiviert unf so ging es zurück in die Heimat. Nach Rauslassen der Mitfahrer, Volltanken des Mietwagens und dessen Rückgabe in Hanau waren wir um kurz vor vier in Maintal angekommen. So blieben mir noch knapp drei Stunden Schlaf, um dann nicht ganz ausgeschlafen zur Arbeit zu fahren.

Jetzt heißt es wieder vier Tage arbeiten, bevor es am Freitag Abend in Lille zum Viertelfinale Wales gegen Belgien geht.

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