Tag 5 Bericht: Portugal – Island

Nach dem langen Abend konnten wir heute ausschlafen und es gemütlich angehen lassen. Auf der Tagesagenda stand die kurze Fahrt nach St. Etienne und das Abendspiel zwischen Portugal und Island. Nach Körperpflege und französischem Frühstück – Axel und Andi hatten frisches Baguette und Wurst im örtlichen Supermarkt eingekauft – machten wir uns gegen Mittag nach St. Etienne auf. Dort setzten wir Jens an seinem Hotel ab und steuerten dann das Fan Camp am Stadtrand an. Buchen konnte ich mangels nicht existenten Campingplätzen in St. Etienne im Vorfeld nichts. Aber auf dem Fan Camp, außerhalb der EM-Zeit eine riesiges Sportareal mit diversen Sportanlagen und -hallen, fanden wir alles für uns Notwendige: Sanitäranlage, eine Steckdose und 18 Quadratmeter für unser Wohnmobil. Die Entscheidung, ob wir die Stadt besichtigen oder am Wohnmobil bleiben wollten, fiel uns angesicht unseres Fitnesszustandes nicht schwer und war einstimmig. So aßen wir leckere Toasts und tankten danach Kräfte in der Waagerechten. Um 20 Uhr musste unsere Erholungspause unterbrochen werden, da – so wollten wir es – der fünfte Stadionbesuch am fünften Tag unserer Reise bevorstand.

Pünktlich um zehn vor neun trafen wir an den Eingangskontrollen ein, zwei Minuten später saßen wir auf unseren Plätzen. Diese waren genau zwischen den beiden isländischen Fangruppen, so dass wir die volle Stimmung der Nordlichter zu hören bekamen.

Die Partie war die Erwartete, Portugal spielerisch besser, Ronaldo kann nur gut spielen, wenn er zehn gute Mitspieler hat und gegen unterklassige spanische Mannschaften antritt, Island kämpfte hart aber fair, und so entwickelte sich ein munteres Spielchen, in der Nani die Portugiesen in Führung brachte. Der Bann schien gebrochen, aber der Pausentee beflügelte die Isländer noch einmal, so dass sie überraschend kurz nach dem Wiederbeginn ausgleichen konnten.
Von der Stimmung her war es das Beste was wir bisher erlebt haben, das änderte auch nicht folgende Situation, die wir kurz vor Ende des Spiels erlebten.
Um die 80. Minute herum verließen zwei Fans neben uns unseren Block, ziemlich zügig, aber erstmal nicht auffällig. Als wir jedoch eine mittelgroße unter dem nun freien Sitz sahen, war es auf einmal doch komisch. Die Tasche lag dort, es bildete sich ein kleinerer Abstand zu diesem Platz, ein paar Zuschauer murmelten, bis nach ca. 20 Sekunden der Fan wiederkam und seine vergessene Tasche holte. Seiner Aktion sichtlich bewusst, entschuldigte er sich. Ich sagte ihm frei übersetzt noch "Not in this times, my friend" und dann zog er von dannen.

Dies taten wir nach Schlusspfiff und Feierlichkeiten über das gerechte Remis auch. Nach einem kleinen Mitternachtsnack gingen wir schlafen. Am nächsten Morgen erwartete uns eine Etappe durch Zentralfrankreich wieder zurück nach Paris.

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