Der GOLD-Tag (9.8.)

Was kommt als erstes? Richtig, der Wecker klingelte heute schon um 6:05 Uhr. Es war also eine kurze Nacht, am Vorabend mussten wir ja noch Dwyane Wade kennenlernen und so waren wir ja erst nach zwei Uhr im Bett. Ein bisschen müde machten wir uns also um viertel vor sieben auf in den Westen Londons, man kann fast sagen Englands, Richtung Eton. Dort finden die Kanuwettbewerbe statt. Vielleicht noch einen Satz vorweg, von heute werdet ihr keine Sensationsgeschichten lesen, wen wir alles getroffen haben, was außergewöhnliches passiert ist, heute gibt es einen reinen GOLD-Bericht! Also, in Eton nach dreiviertelstündiger Zugfahrt angekommen, stiegen wir in einen shuttle-bus, der uns zur Rennstrecke brachte. Von dort aus war es aber auch noch einmal eine knappe halbe Stunde strammer Fußmarsch, so dass wir um 9:32 Uhr auf den Plätzen waren. Just in dem Moment als der Startschuss fiel für den Kajak Zweier der Frauen. Knappe 4 Minuten später war das erste Gold des Tages eingefahren, und meine Prognose bzgl. des Gold-Tages hatte sich schon früh bewahrheitet. Was noch kommen sollte, hatten wir uns nicht erträumen lassen. Wir saßen in einem Block mit sehr vielen Ungarn, da sie auch einige aussichtsreiche Boote im Rennen hatten (sie holten einmal Gold und einmal Silber). Im zweiten Rennen verpasste die Deutsche leider das Finale, obwohl sie auf dieser Strecke mindestens auf eine Medaille favorisiert war. Im dritten Rennen der Doppelvierer der Männer machten wir mal wieder einen vierten Platz, und wir dachten schon, die Dinge nehmen wie gehabt ihren Lauf. Aber im letzten Rennen schlugen wir wieder zu und schnappten den Ungarn das Gold aus dem Boot. Nach gut einer Stunde hatten wir also zwei Goldmedaillen eingefahren und wir konnten wieder in die Innenstadt aufbrechen. Da wir bis zum nächsten event gut vier Stunden Zeit hatten, besuchten wir den lokalen fish&chips Imbiss und verzehrten eben jenes. Gestärkt und immer noch ein wenig müde machten wir uns zum Olympiapark auf, wo uns das Hockeyhalbfinale der Männer erwartete. Unsere Landsleute trafen auf die favorisierten, weil seit vier Jahren ungeschlagen, Australier. In glühender Nachmittagssonne begann die Partie verhalten, mit leichten Vorteilen für die Deutschen. Die erste Chance nutzten jedoch die Mannen aus Australien, um Mitte der ersten Halbzeit in Führung zu gehen. Den kompletten Spielverlauf hier wiederzugeben, wäre aufgrund der super starken Leistung der Deutschen nur gerecht, würde euch jedoch langweilen, da ihr das Spiel ja eh alle live gesehen habt. Nach einem 1:2 Rückstand in 9 Minuten das Spiel mit drei Toren zu drehen, war sensationell. Das Bonbon war noch der Traumtreffer des deutschen Angreifers, der den Ball nach einem hohen Ball zwei Mal auf seinem Schläger tanzen ließ und dann volley über den Torwart lupfte. Gegeben wurde der Treffer leider nicht (angeblich gefährliches Spiel), aber die deutschen Spieler sagten nach dem Spiel unisono, dass es eines der besten Tore war, die sie je gesehen haben. Da wir das Spiel neben dem Block der Spielerfrauen und der deutschen Delegation verfolgten, bot es sich an, nach dem Spiel zu ihnen zu gehen, und mit ihnen den Sieg zu feiern. Die Spieler kamen natürlich zu uns, und wir feierten gemeinsam den wunderbaren Erfolg. Schon morgen geht es um Kampf um Gold gegen die abermals favorisierten Niederländer. In der Vorrunde haben wir gegen sie 1:3 verloren. Aber vielleicht macht es ja Hockeybundestrainer Weise ja so wie Herberger 54, dort haben wir ja auch in der Vorrunde gegen Ungarn verloren, um sie dann im Endspiel zu besiegen…
Völlig euphorisiert fuhren wir dann zum Beachvolleyball. Die Müdigkeit war mittlerweile auch aus dem Körper geschrien, so dass wir um halb sieben in Westminster ausstiegen. Einen kleinen obligatorischen Einkauf später, saßen wir im St. James Park und stießen auf den schon erfolgreichen Tag an. Die vier Bier mussten schnell weg, da das Spiel um Bronze nicht auf uns wartete, sondern schon mitten im Gang war. Die letzten beiden Sätze sahen wir noch, ehe es zum Countdown für das große Finale kam. Julius (alias Paul) Brink und Jonas Reckermann trafen auf die haushoch favorisierten Brasilianer. Die Atmosphäre war elektrisierend, ich hatte es schon im meinem ersten Bericht geschrieben, ihr erinnert euch noch, dass der Stadionsprecher sein übriges dazutat. Es entwickelte sich ein sehr spannendes Spiel, in dem die deutschen Volleyballer den ersten Satz nach Abwehr eines Satzballes noch gewinnen konnten. Den zweiten entschieden die Südamerikaner klar für sich und im dritten Satz ging das deutsche Duo nach 0:2 Rückstand schnell in Führung. Diese gaben sie bis zum 14:11 auch nicht mehr her und plötzlich hatten sie drei Matchbälle. Diese vergaben sie durch sichtbare Nervosität fast leichtfertig, rappelten sich aber noch rechtzeitig auf, um dann die entscheidenden zwei Punkte zu machen. Der Jubel war grenzenlos, war es doch die überraschendste Goldmedaille, die wir in den letzten zwei Wochen geholt haben. Nach dem Spiel gingen wir vier noch zum Piccadilly Circus und ließen den Tag dort ausklingen. Drei Goldmedaillen (das heißt Philipp und ich haben 30 Prozent aller deutschen Goldmedaillen live gesehen ;-)!) und den Finaleinzug der Hockeymänner war unsere Bilanz dieses 9. Augusts.
Kurze Vorschau noch auf morgen (also heute): Bis zum Nachmittag haben wir keine Veranstaltungen, am Abend sehen wir dann die beiden Halbfinalpaarungen der Basketballmänner USA – Argentina und Spanien – Russland.
Es grüßt
der Gold-Tjark

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