Achtelfinale 26.6. Bericht: Deutschland – Slowakei

Heute stand ein straffes Morgenprogramm auf dem Plan. Nachdem wir um viertel nach zehn noch im Bett lagen und bemerkten, dass es Frühstück nur bis halb elf gibt, zogen wir schnell kurze Hose und Trikot an, und waren zwei Minuten später um Frühstücksraum. Frischer Kaffee, Baguette, Croissants, Joghurt und ein nicht frisch gepresster O-Saft wurde uns gereicht. Danach gingen wir erschöpft ins Zimmer zurück und ruhten uns von dem anstrengenden Morgen aus.

>Um halb eins machten wir uns nach Lille auf, wo um 18 Uhr unser Achtelfinale gegen die Slowakei stattfinden sollte. Da wir uns am Stadion schon auskannten – in der Vorrunde wurden die Ukrainer hier von uns besiegt – wussten wir, wo wir hin mussten. So parkten wir fünf Gehminuten vom Stadion entfernt und direkt am Au Bureau. Man kann sagen unsere liebgewonnenes Stammrestaurant, in dem wir wieder das gute Bier und einen Burger verspeisten.

Um fünf machten wir uns auf zum TCP, wer aufgrund meines gestrigen Beitrags noch nicht gegooglet hat, was das ist, dem sei erklärt, dass dies der Ticket Collection Point ist, an dem man Optionstickets gegen richtige Tickets eintauschen kann und kurzfristig gekaufte Tickets abholen kann. Hier trafen wir uns mit einem Deutschen, von dem Andi ein Ticket für das Achtelfinale der Italiener gegen die Spanier kaufen wollte. Er hatte noch vier Tickets über, und da keiner so richtig die Tickets wollte, nahmen wir alle vier. Irgendwie würden wir die morgen in Paris schon loswerden können. Ist zwar nur der Ladenhüter Italien – Spanien, den keiner sehen will, aber wird schon. Das mag zwar jetzt ironisch geklungen haben, aber es ist leider die Realität. Tickets gibt es für alle Spiele en masse, für 99% der Spiele unter dem Originalpreis. Gestern für das Deutschlandspiel z.B. wäre es töricht gewesen mehr als 40 Euro zu zahlen.

Pünktlich zu den Hymnen war ich auf meinem Platz in der deutschen Kurve. Zur zweiten Halbzeit wechselte ich meinen Platz und gesellte mich zu Andi auf die Gegentribüne, beste Sicht inklusive. Es wurde der erwartet leichte und souveräne Sieg, in dem man sich den Luxus leisten konnte, Elfmeter zu verschießen, Maskottchen Podolski spielen zu lassen und in der zweiten Halbzeit mit angezogener Handbremse den Sieg nach Hause gefahren zu haben. Wie schrieb der Telegraph in England heute morgen so schön: „La Ola schwappte lange vor Spielende durch das Stadion. Ein Anzeichen dafür, wie Deutschland diese knifflige Aufgabe in eine Art teutonisches Dorffest verwandelte. Irgendwann erwartete man fast von Toni Kroos, dass er einen Krug Bier fordern und einen Schluck nehmen würde, während er das Spiel dirigierte.“ Und auch die spanischen Blätter brachten es in gewohnter Manier auf den Punkt: „Der Weltmeister ist schon in Form. Der Panzer ist wieder unaufhaltsam. Es war eine Draxler-Show mit Spielzügen, die selbst Zinedine Zidane unterzeichnet hätte. Deutschland feiert ein Torfestival gegen die Slowakei und wartet im Viertelfinale auf den Sieger von Italien gegen Spanien. Nur Thomas Müller konnte sich seines Pechs bei dieser EM noch nicht entledigen, bei der er noch nicht treffen konnte.“

Nach dem Spiel, bei denen wir wieder als Letzte das Stadion zu machten, fuhren wir wieder zurück nach Paris. Statt den direkten Weg zu. Hotel machten wir noch eine kleine Sightseeing Tour an den bekannten Sehenswürdigkeiten der Stadt vorbei. Über die Champs-Elysee und drei bis vier Runden am Arc de Triomphe fuhren wir zum Eiffelturm. Dieser hieß uns in unseren Landesfarben willkommen und erstrahlte in schwarz-rot-gold. Wir genossen eine Weile die Atmosphäre, bevor wir uns endgültig zum Hotel aufmachten. Das Auto parkten wir dieses Mal im Parkhaus, für 26 Euro gönnten wir unserem Gefährt auch mal eine überdachte Übernachtung. Einen Kebap später fielen wir um halb zwei müde ins Bett, mit dem Gedanken, dass uns ein ähnlich anstrengender Morgen wie der heutige erwarten würde.

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