Bundesliga Wochenende mit Mainz – Augsburg und Darmstadt – Dortmund!

Geplant war für das vergangene Wochenende das Spiel Darmstadt 98 gegen Borussia Dortmund. Die Tickets hatte ich vor ein paar Wochen von meinem Freund Steffen erhalten, der sie selber nicht nutzen konnte, weil er es vorzog sich die Partie Liverpool gegen Tottenham an der Anfiel Road anzuschauen. Darmstadt oder Liverpool, vom Flair her ähnlich würde ich sagen…

Das Wochenende läutete aber ein spontaner Stadionbesuch am Freitagabend ein. Nachmittags kurz mal im Tooor-Forum (Sammelbecken für süchtige Fußballverrückte und deren Gleichgesinnten nebst Möglichkeit Tickets zu kaufen, verkaufen und zu tauschen) gecheckt, was es neues gibt, versuchte ein User verzweifelt noch Karten für das Freitag-Abendspiel Mainz gegen Augsburg loszuwerden. Da sich keiner erbarmte ihn von der Last zu befreien, tat ich dies und nahm ihm zwei Freikarten für das Match ab. Nach weiteren 15 Minuten war meine Begleitung gefunden und so fuhren wir um halb sieben durch das Rhein-Main-Gebiet zur Opel-Arena. Um kurz vor acht waren wir am Stadion, trafen uns mit dem edlen Ticket-Spender, und statteten uns anschließend mit zwei kühlen Getränken aus, die uns bei den Außentemperaturen sogar noch wärmen sollten.

— Mit Kampf zu drei Punkten! —

Zum Spiel ist zu sagen, dass der Tabellenzehnte zu Gast beim Tabellendreizehnten war. Das versprach Bundesligaalltag zu werden. Und wurde es auch. Aber, das sage ich immer, wenn mich die Leute fragen, warum ich mir so ein Spiel „antue“: Wenn man die Highlights live sehen will, muss man auch in Kauf nehmen, sich mal einen müden Kick anzuschauen. Oder 10. Oder 50. Und meine These wurde an diesem Wochenende ja auch ziemlich schnell bestätigt und ich wurde mit dem Samstagsspiel schnell mit einem echten Höhepunkt belohnt. Aber dazu später mehr…
Auf Mainzer Seite richteten sich alle Augen auf Winterneuzugang Bojan Krikic, Fußballkennern aus seiner Zeit beim FC Barcelona bekannt. Eine Zeit lang galt er als der neue Messi, dies konnte er leider bis jetzt – und auch heute Abend – noch nicht bestätigen und so landete er nun als Leihgabe für ein halbes Jahr bei den Rheinhessen. Das Sportmagazin Kicker fasste das Spiel wie folgt zusammen: „Viel Kampf, wenig Spielkultur und kaum Torraumszenen. Immerhin: blendend schöner Konter vor dem 1:0. Spielnote: 4,5!“ Dem ist nicht mehr viel hinzuzufügen, außer dass die Mainzer mit dem 2:0 irgendwann den Deckel drauf machten. Und trotzdem war es ein schöner, wenn auch kalter Fußballabend.

— Farbtupfer im Schwarz-Gelben Meer —

Am Samstag stand für mich der wahrscheinlich letzte Bundesligaausflug nach Darmstadt an, so zumindest die einstimmige Meinung von Fußballdeutschland. Denn wer würde im Moment noch einen Cent auf den Verbleib der Südhessen in Liga 1 setzen? Aber wer weiß, ein paar Stunden später sah die Welt schon wieder ein wenig rosaroter, oder passender für die Lilien, lilaner aus. Um halb zwei verabschiedeten Britta und ich uns von unseren Kindern, die den Nachmittag zusammen mit zwei Babysitterinnen verbringen durften. Stand bei ihnen eine Runde Spielplatz, Pudding kochen, Zimmer auf den Kopf stellen, Abendbrot und Arielle die Meerjungfrau auf dem Programm, so vergnügten wir uns bei Bratwurst und Bier am Böllenfalltor. Vor dem Spiel trafen wir auf einen kurzen Plausch noch Amoroso. Nein, nicht den Goalgetter der Borussia aus vergangenen Tagen, sondern einen weiteren Fußballverrückten aus dem Forum, der diesen Namen als seinen Benutzernamen gewählt hat.
Unsere Sitzplätze befanden sich im Block der Gästefans, heute aus Dortmund angereist. So schaute ich mich am Anfang noch ein wenig um, wer da so in unserem Block mit dabei ist. Davon abhängig machte ich, wie weit ich meine Jacke zuknöpfte, um meinen rot-weißen Bayern-Schal nicht für jedermann sichtbar zu tragen. Aber es war alles ok, ich wurde natürlich skeptisch angeschaut und auch angesprochen, aber es blieb bei Frotzeleien.

— Leidenschaftliche Lilien belohnen sich —

Das Spiel wurde angepfiffen und Britta und ich merkten schnell, dass unsere Sitzplätze heute Stehplätze waren. Zu euphorisch und siegessicher waren die Dortmunder Anhänger und wollten ihre Mannschaft so zum Sieg schreien. Aber schon kurz nach Beginn entwickelte sich eine Partie auf Augenhöhe. Wohlwollend aus Dortmunder Sicht gesprochen. Denn die Darmstädter erspielten sich einige Chancen, der Führungstreffer wurde teilweise sogar nur vom Aluminium des Torgehäuses verhindert. In der 21. Minute war es dann aber soweit, die zum wiederholten Male löchrige Abwehr der Westfalen ermöglichte Boyd gegen seinen Ex-Verein zu treffen. Kurz vor der Pause erzielte Europameister Guerreiro den Ausgleich, bevor die 22 Mann sich eine viertelstündige Pause gönnten. Erwartete jetzt jeder eine Leistungssteigerung der Schwarz-Gelben, so ging es nahtlos wie in Halbzeit eins weiter. Der eingewechselte Colak erzielte Mitte der zweiten Halbzeit den abermaligen Führungstreffer für den Underdog, welchem die Ruhrpottler nichts mehr entgegen zu setzen wussten. Eine spannende und temporeiche Partie mit vielen Torchancen und hohem Unterhaltungswert und einem überraschendem Sieger war um kurz vor halb sechs beendet.

60 Minuten später waren wir wieder zu Hause. Die komplette Familie schaute sich in der Sportschau noch mal die Höhepunkte des Nachmittages an, inklusive Erklärung, dass nicht wir selber gespielt, sondern nur auf der Tribüne zugeschaut haben. Wobei bei der Leistung der Dortmunder es auch nicht aufgefallen hätte, wenn ich heute neben Sokratis oder Ginter aufgelaufen wäre.

So, morgen geht es nach München. Dort sehe ich das Championsleague-Achtelfinalhinspiel Bayern München gegen Arsenal London. Ich erwarte einen Sieg ohne Gegentreffer.

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