Tag 7 Bericht: England – Wales & Deutschland – Polen

Der letzte Tag begann damit, dass wir zum wiederholten Male den Wecker einfach ignorierten. Die innere Uhr weckte uns um halb neun. Auf dem Tagesprogramm stand der in Fachkreisen genannte Doppler, also die beiden Spiele England-Wales und Deutschland-Polen an einem Tag zu besuchen. Unser Wohnmobil sollte am letzten Tag vor der Rückreise einen Ruhetag bekommen,für die Fahrt nach Lens zum Nachmittagsspiel hatten wir uns im Vorfeld Fahrkarten für den TGV gebucht. Hin- und Rückfahrt für 55 Euro, bei den Mautpreisen und dem Spritverbrauch unseres Gefährts kann man also fast von einem Schnäppchen sprechen.

Da Axel eine leichte Magenverstimmung hatte und er nicht riskieren wollte das Deutschland-Spiel am Abend zu verpassen, machten Andi und ich uns alleine zum Gare du Nord auf. Mit zahlreichen weiteren Fans von der Insel fuhr der Zug in deutscher Bahn Pünktlichkeit zehn Minuten nach Fahrplan los. Eine Stunde später hatten wir die gut 200 Kilometer überwunden. In Lens blieben uns komfortable drei Stunden bis zum Anpfiff. So früh waren wir noch bei keinem der anderen Spiele am Stadion gewesen. Wir schlenderten also zwischen Stadion und Bahnhof umher, sprachen mit Walisern, Engländern, Nordiren, die in Deutschland leben, trafen alte Bekannte von unserer Tour, und, das mussten wir ja noch erledigen, versuchten Axels Ticket für das Spiel zu verkaufen. Das Schwierigste war, das Ticket einem Fan zum Originalpreis zu verkaufen. Denn sobald man den Anschein machte, ein Ticket verkaufen zu wollen, stürzten sich mehrere Tickethändler auf einen drauf und zückten die Bündel 50er und 100er Scheine. Aber denen gönne ich nicht das Schwarze unter den Fingernägeln. Bald fand sich dann endlich auch ein netter Waliser, der alleine angereist war und ein Ticket suchte. Nach einem kleinen Verhör von mir, was er mit dem Ticket beabsichtigte, wie er angereist war, wo er die Nacht unterkommt, hatte er die Prüfung bestanden und war ziemlich überrascht als ich ihm meine Preisvorstellung mitteilte.

Endlich hatten wir noch Zeit uns noch ein wenig zu stärken, eine Pizza und ein Bier für 15 Euro ließen wir uns nicht entgehen. Überpünktlich waren wir im Stadion und ergötzten uns an der atemberaubenden Kulisse beider Fanlager. Das Spiel bot auch den nötigen Spannungsrahmen, da ein englischer Torhüter das tat, was er immer tut: Er macht Fehler. So gingen die Waliser durch ihr Aushängeschild Bale per Freistoß in Führung. Die Engländer drehten in der zweiten Halbzeit noch die Partie, was nicht zuletzt auch am deutschen Schiedsrichtergespann lag, welches das 2:1 richtigerweise anerkannte. Auch wenn 9 von 10 Unparteiischen wahrscheinlich auf Abseits entschieden hätten.

Nach dem Abpfiff jubelten wir nur kurz mit den Engländern und machten uns schnell auf zum Bahnhof, wo unser Schnellzug auf uns wartete. 2 Stunden nach Abpfiff waren wir auch schon wieder in Paris. Am Stadion angekommen löschten wir noch unseren Durst und schauten dem regen Treiben zu. Promis habe ich ja wie erwähnt noch nicht sehr viele gesehen bei dieser EM, so musste dann auch Ex-Bundesligaspieler, Z-Promi und Dschungelteilnehmer Torsten Legat für ein Foto herhalten. Danach ging es ins Stadion, wo wir ein 0:0 der Extraklasse sahen. Torchancen en masse, Tempofußball par excellence, intensive Zweikämpfe, heißblütige Stimmung auf den Rängen… Was für ein Abschluss unserer EM-Woche. Ob einer an meiner Beurteilung des letzten Spiels etwas auszusetzen hat, überlasse ich jedem selber. Ich habe es so in meinem Kopf abgespeichert…!

Nach dem Spiel fuhren wir gemütlich zum Campingplatz, tranken noch ein letztes Abschlussbierchen, ließen viele Erlebnisse der vergangen sieben Tage Revue passieren und kamen einhellig zum dem Schluss, dass wir eine geile Zeit erlebt hatten. Die Spiele waren gewiss nicht überragend, aber dies hat den Gesamteindruck der Reise nicht getrübt.

Am Freitag ging es dann wieder zurück nach Maintal, wo wir um halb sechs ankamen. Bei strömenden Regen entleerten wir das Wohnmobil und reinigten es. Am Abend sah ich das erste EM-Spiel live! Im Fernsehen! Wusste gar nicht, dass die EM auch im TV übertragen wird. Eine Woche muss ich mich jetzt mit dem Fernsehbild begnügen, ehe es am Samstag, den 25. Juni zu den Achtelfinalpartien geht

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